liebe kadel ich finde dein thema sehr schön, und es ist auch ein schönes gefühl sich mal wieder an die kindertage zu erinnern.
ich kann sagen auch von erzählungen meiner mutter das ich ein seltsames kind war

, ich war gewohnt mit erwachsenen zu sein, hatte angst vor kindern, spielte in meiner eigenen welt, redete und spielte nur mit erwachsenen und nur einem freund den ich an mein kinderherz lies. ich dachte mir geschichten aus, lernte sie aus büchern obwohl ich nicht lesen konnte fast aufs wort genau auswendig. mein dad war musiker und ich wuchs mit gitarren auf, und mikrophon. Als ich 4 war ca. sang ich meine eigenen reime und lieder zu seinem beat der gitarre. oft musizierten wir auf dem wiener marktplatz, er spielte und ich tanzte.
das war die glückliche zeit, bzw. einige meiner glücklichen erinnerungen. meine mama nahm damals "drogen", ich war oft bei ihr wenn sie kiffte oder ein bis zweimal lsd nahm. einmal lag sie so da, ich nahm ihre hand und sah durch ihre hand ihre bilder, ich wies sie darauf hin, wie schöne sachen sie doch sähe

.
ungefähr im selben alter, hat mein lieblingsspielkamerad, mein opa, ein nicht sehr kinderfreundliches spiel mit mir gespielt. er ist pädophil. ich liebte ihn sehr, merkte aber stück für stück das ich ihn immer mehr anders empfand. ich konnte ihm nicht mehr so nahe sein je älter ich wurde und desto mehr ich verstand was er mit mir im alter von 4 bis 5 anstellte. der heftigste schlag für mich, das menschen sich böses tun können. fühlte mich dann ausgenutzt, verletzt, ich verstand die welt nicht. ich begann mich zu isolieren.
meine mutter war nicht mehr meine mutter, mein dad nicht mehr mein dad, zu tief empfand ich dieses gefühl, jemanden zu lieben der im nachhinein so böse sein konnte. und da mein gefühl und meine empathie so stark war, fühlte ich sogar seinen schmerz als den meinen. ich vertraute mich niemanden mehr an, so richtig, spielte resigniert einfach die entwicklung mit die kinder halt so machen. oft hatte ich übelste ängste weil ich in einer art zwischenwelt zu leben schien. oft besuchten mich die dunklen, des nachts des tags. ich sprach mit meiner mama oft in der dritten person, und erzählte ihr die befehle und worte der dunklen.
mir wurde natürlich nicht geglaubt, meine eltern hatten ja selbst keine ahnung damit umzugehen. wenn das kind am tisch sitzt und weint " ich will nicht sterben mama". sie standen ratlos da, erklärten mir das das nicht möglich sei und alles ok sei, sie sagten sie passen auf mich auf. ich wusste aber das sie das nie taten, weil sie sie nie sahen, und so blickte ich nacht für nacht in die dunkelheit und weinte mich in den schlaf. zur selben zeit gehörte ich den zeugenjehovas an, ich mochte eigentlich nur immer ihre lieder mitsingen, hatte bibelstudium, aber irgendwann holte mich meine mutter mit 8 jahren da raus, ich war wegen oma zeugen jehova geworden, und als es mit 8 jahren endgültig rauskam was opa tat, hatte meine mama auch menschliche erklärungen wegen meinen ängsten, und sie tat das richtige.
meine nächtlichen kontakte blieben aber. ich entwickelte immer mehr meine eigene welt, ich konnte teils kein fernseher schauen, nachrichten im fernseher waren für mich wie horrorfilme, krankheiten im fernseher waren schrecklich. ich sagte immer "mama ich krieg das auch wen ichs anschaue".
diese isolation und noch dazu das ich keine freunde hatte, brachte mich dazu mir gedanken über dinge zu machen die kinder eigentlich eher mit spielen ausfüllen. klar spielte ich barbie usw. aber meine gedanken wurden tiefer, ich dachte oft über den sinn des lebens nach und konnte nicht verstehen das andere kinder in meiner klasse nicht so waren. wurde oft gemieden, ab und an mal ein paar freunde. da mein stiefdad viel geld hatte und ich immer tolle klamotten trug, hatten sie ja auch allen grund dazu neidisch zu sein, noch dazu war ich eine der kinder die immer auf den schulveranstaltungen auftrat, weil sie gut singen konnte. gehörte zu den kindern die zum vortragen und vorlesen berufen war, weil meine stimmpräsenz und meine lebendigkeit darin so kunstvoll und echt klang.
ich habe viel gesehen, viel gefühlt und sehr tief empfunden als kind aber mit niemanden drüber gesprochen, es war ja wie sie sagten nicht real. ich hatte aber meine freunde, meine geistigen, die immer mit mir sprachen, wenn ich im zimmer lag und weinte, ich sprach laut ihre worte "jenny alles ist gut, alles ist gut" und wiegte mich leicht. nachts machten sie mit mir ein spiel, damit ich nicht mehr so angstvoll einschlief, sie machten es das mein bett sich dreht, ich konnte den zeitpunkt bewusst bestimmen wenn ich angst hatte, ich fing dann z.b. an an eis zu denken. und hatte es blidlich vor mir. dann drehte sich das bett und wir flogen los. los in ein land wo die sonne schien, wo tiere spielten, ich sah giraffen und wolken und alles war schön dort. dann schlief ich ein.
ja meine kindheit war irgendwie seltsam aber sie hat mich eine menge gelernt und ich bin allem dankbar
nahlita
Ps: sorry das war soo lang jetzt aber ich hab mich gern mal wieder etwas präziser erinnert, wie gesagt danke für den thread liebes