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kerstin

die Lauschende

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Steinbock

1

Sonntag, 10. Juni 2012, 13:36

Macht - Machtgier - Machtgierige

Hallo liebe Menschen,
hallo liebe Lesende,
hallo liebe Schreibende,


Das Philo-Sofa stelle ich mir wie ein rundes, bequemes Sitzmöbel vor,
in dem wir gemütlich Platz genommen haben und dennoch heiß diskutieren können.

In einem anderen Fred wird von "den Machtgierigen" geschrieben.

Wenn ich meinen Jungendlichen hier im Haushalt anweise Hausarbeiten (z. B. Müll heraustragen, Saugen und ähnliches ) zu erledigen, ist das auch machtgierig?

Im HUNA ist eine Idee "MANAWA - Jetzt ist der Augenblick der Macht"
und meint, dass ich jetzt handeln kann, weil jetzt der beste Moment ist.

Eine andere Idee ist "MANA - Alle Macht kommt von innen"
und meint dass ... nur ich Macht über mich habe, keiner sonst.

Ich bin gern in meiner Macht und handle so wie ich es gerade erforderlich halte.
(... denn ich habe meist den Kopf voll mit Ideen, und der Verwirklichung)

Allerdings an Menschen nur
  • 1. wenn meiner Ansicht unseren sozialen Gemeinschaft (Familie) sich in einen Hotelbetrieb verwandelt
    (die Jugend hängt an den elektronischen Spielgeräten oder geht feiern und die Alten spielen das Personal)

  • 2. wenn der einzelne Mensch danach fragt / nach Hilfe oder Rat oder Tat ...




Was ist Deiner Meinung Macht?
Was ist MachtGier?

sonntägliche :heart: - Grüße
Kerstin
Lesen und Schreiben sind nur Krücken;
denn beim direkten Zuhören und Reden,
erkennen wir über Mimik, Klang der Stimme,
Körpersprache und Ausstrahlung des Gegenübers,
den Menschen der Worte wesentlich besser
und begreifen was er sagt.
SanaSalus

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2

Sonntag, 10. Juni 2012, 15:17

Hallo Kerstin! :zwinker:

Sehr schönes Thema, ich danke Dir für's Eröffnen!

Ich möchte vorweg eine gute Freundin zitieren: "Macht kommt von Machen." Damit drückt sie für mich auf wunderbar einfache Weise aus, was Macht - bei aller negativer semantischer Bedeutungsaufgeladenheit - für mich ist. Nämlich ein Handlungspotential. Ein derartiges Selbstverständnis von Macht schützt, so finde ich, in gewisser Weise auch ein bisschen vor Machtgier, denn Machtgier ist imho ein zum Selbstzweck verkommenes Ringen nach Macht, was an sich ein sinnloser Zustand ist. Wenn Macht, als Handlungspotential nicht immer wieder im tatsächlichen Handeln - sprich Machtausübung - "aufgelöst" wird, ist sie nutz- und sinnlos. Sinn und Nutzen zeigt sich wiederrum in der Gestalt des Machtausübens. Sind diese nur Leerlaufhandlungen, die z.B. der Machtdemonstration dienen, jedoch nie etwas Substanzielles hervorbringen, sind sie langfristig ebenso sinn- und nutzlos.

Dabei ist Macht für mich nicht ein starres Gebilde, sondern immer einer Prozesshaftigkeit unterworfen, die verschiedene Funktionalitäten - getragen von den Beteiligten der Machtstruktur (bitte wertfrei!) - aufweist. Ich sehe in gesunden Machtstrukturen Machthabende und Ermächtigende in einer transparenten, funktionalen, beiderseits gewollten, zweckorientierten Wechselbeziehung.

Der eine kann ja genaugenommen nicht ohne die anderen, der Machthaber ist nichts ohne jene die ihn ermächtigen, sprich ihm Autorität zusprechen, und die Frage ist, wie wird damit umgegangen - auf persönlicher, wie auch auf funktionaler Ebene. Wenn Machtausübung nicht gerechtfertigt werden kann, sich der Sinn nicht erschließt bzw. nicht von den Ermächtigenden mitgetragen wird, wird dieses Verhältnis gestört und das ist eine wichtige reflexive Kontrollfunktion für den Machtausübenden. Dieser muss ja die Bedürfnisse seiner Gruppe sehr gut kennen und darf sich dabei auch nicht von temporären Befindlichkeiten manipulieren lassen, schon gar nicht von seinen eigenen. Trotzdem muss er empathisch genug sein, echten Bedarf zu identifizieren. Dagegen sind wiederrum fehlende Loyalität und chronisches Anzweifeln des Führenden durch die Geführten ebenso destruktiv für diese Wechselbeziehung, weil es die Gruppe in sich handlungsunfähig macht und den Machtausübenden demoralisiert und letztlich auch die Ermächtigenden.

Das Vertrauen, dass für eine gesunde Wechselbeziehung notwendig ist, ist in meinen Augen ein dynamisches Prinzip, dass im gemeinsamen Handeln entsteht und an gemeinsam Erreichtem festgemacht werden kann. Und diese Errungenschaften sind es, die wiederrum darüber Auskunft geben können, ob es sich um eine gesunde oder eine unheilsame Konstellation handelt.

Ich habe einige Zeit in Führungsebenen großer Wirtschaftsunternehmen verbracht und viele unterschiedliche Führungsstile kennengelernt, unfähige wie auch überaus fähige "Machthaber". Viele denken, nur weil wir in einer politischen Demokratie leben, ginge die Macht vom Volk aus, was aber angesichts der Tatsache, dass die höchste Machtkonzentration in der Wirtschaft zu finden ist aus meiner Sicht eine Illusion ist, denn die Wirtschaft funktioniert nicht nach demokratischen Gesetzmäßigkeiten, sondern eben nach marktwirtschaftlichen.

Deshalb muss aber eine Nicht-demokratische Struktur nicht per se etwas Schlechtes sein. Gerade viele Religionen und spirituelle Weltanschauungen beinhalten z.B. sowas wie eine liebevolle Hierarchie, die die unterschiedlich Mächtigen einander verpflichtet statt die Machtunterschiede aufheben zu wollen. So werden die Mächtigeren, Reicheren, Klügeren jenen als Helfer und Begleiter verpflichtet die weniger wohlhabend, wissend oder mächtig sind. Dann bekommt Macht eine soziale und evtl. sogar spirituelle Dimension und Funktion.

Eine wichtige Differenzierung von Macht ist für mich außerdem die von Patricia Evans definierte. Evans unterscheidet zwischen Personal Power und Power Over.

Power Over ist eine Form der Macht, die sich lediglich aus der Unterdrückung von weniger Mächtigen generiert und diese zu Ohn-mächtigen macht. Power over muss demzufolge ständige Unterdrückungsmaßnahmen durchführen und den Willen der Ohnmächtigen fortwährend brechen, verlangt aber dem Machthaber im Grunde nicht mehr Geschick ab als Skrupellosigkeit und vielleicht ein gewisses Talent zur Manipulation. Im kleinen Stil lässt sich das schon in jeder Gewaltbeziehung ablesen. Was im großen Stil daraus wird, lässt sich aus meiner Sicht sehr gut an den Machtstrukturen im Dritten Reich nachvollziehen (was Hannah Arendt sehr präzise durchleuchtet hat, wie ich finde).

Personal Power hingegen ist eine Form der Macht, die sich aus der Kompetenz einer Person ergibt und auf deren konstruktive Fähigkeiten und Potentialen basiert. Hier ist eine Unterdrückung nicht notwendig, weil der Machthaber Kraft seiner Fähigkeit als Autorität anerkannt wird, wohl aber ein In-Erscheinung treten eben dieser Fähigkeiten, damit sich die Ermächtigenden von Ihnen fortwährend überzeugen können und den Machthabenden dann freiwillig autorisieren können sie zu leiten - ganz einfach weil er etwas besser kann. Hier ist Transparenz von großer Wichtigkeit.

So, ich denke, das ist erstmal genug Brainstorm…

LG,
Sati

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Sati« (10. Juni 2012, 15:20)


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Zwillinge

3

Sonntag, 10. Juni 2012, 22:31

Ich denke, alle Menschen haben den angeborenen Drang, Macht haben zu wollen. Meist geht es sich dabei darum, seinen Gegenüber auf seine Seite zu ziehen oder zu beeinflussen. Es gibt auch sehr unterschiedlich Strategien. Mal ist es Aggressivität, mal wird an unser Mitgefühl appelliert, mal durch Schuldgefühle oder aber anderen das Gefühl geben, dass sie einem brauchen. Oder man will einen durch Sachlichkeit, Logik oder Charme überzeugen. In unseren täglichen Umgang, haben wir es fast immer mit Machtmotiven zu tun.
Und wie mit allen Grundmotiven oder Charaktereigenschaften gibt es eben eine große Bandbreite in der Skala, welche bei jeden Menschen anders ausschlägt.
Gott ist nichts Menschliches fremd!

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Morgenstern

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4

Montag, 11. Juni 2012, 09:28

Hallo zusammen,

Spannendes Thema mit dem ich eine Zeitlang auch so meine Probleme hatte. Ich habe dann Macht durch Kraft ersetzt, was mir ein anderes Bild von Macht zeigte. Aber Macht bleibt Macht und nun sehe ich sie durchaus positiv.

Macht kommt von machen, auch einer meiner Lieblingsweisheiten. Wenn du nichts machst hast du keine Macht. Du bist machtlos.
Doch wo zeigt sich diese Macht. In erster Linie bei dir selbst. Selbstermächtigung
Können andere über dich Macht ausüben?
Wenn du es zulässt, können sie dich beeinflussen, manipulieren.
Aber auch das können sie nur, wenn du nicht ganz bei dir bist.
Wenn du dir deiner Selbst nicht sicher bist, ein Teil deines Wesens
nach Führung sucht, weil zuwenig Selbstvertrauen vorhanden ist,
dann ist Platz für die Energie des Anderen.
Er kann dich führen, er hat Autorität.

Macht ausüben, Stärke demonstrieren, wenn du in deiner eigenen Kraft bist,
kannst du es und du kannst es fördernd oder zerstörend einsetzen.

Machtgier…. Die Sucht zu andere zu Beherrschen.
Macht wird zu einer Sucht, wenn ich ein Suchtpotential habe, welches durch Erfahrung der eigenen Macht befriedigt und verstärkt wird. Dadurch kann eine Machtgier entstehen.

Macht/Führungskraft ist eine notwendige Eigenschaft, z.B. bei der Erziehung von Kindern oder der Führung einer Gruppe.
Machtlose Eltern schaffen oft Kinder welche den Machtanspruch übernehmen und dann in einer Art re-agieren die ihnen nicht angemessen ist, weil ihnen niemand mehr die Grenze aufzeigt. Sie fühlen sich übermächtig…

lieben Gruß
Morgenstern*

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5

Montag, 11. Juni 2012, 14:28

Well met, alle zusammen ;)

Schönes Thema :hexe: -Sati, für mich ist persönliche Macht sehr direkt mit "Sein" und weniger mit "Haben" verbunden... wenn jemand Charisma HAT, dann laufen ihm/ihr halt die Leuts nach, bis sie dahinter kommen, dass derjenige nicht das IST, was er zu sein versprach (Potential vorhanden, aber nicht ausgelebt)
... wenn jemand Geld, Ansehen, Status HAT, dann wollen die Leuts mit demjenigen Kontakt haben und sind eher gewillt sich sich dessen Wünschen unterzuordnen (bis sie draufkommen, dass derjenige nicht IST, was er mit Hilfe von ... verkörpern will)
Diese Art von Macht ist für mich das, was Du (wenn ichs richtig verstanden habe) als Macht ÜBER bezeichnest...

Cassandra, ich denke nicht, dass es angeboren ist Macht ÜBER haben zu wollen - sondern einfach eigenständig das tun zu können, was mensch selber als sinnvoll erachtet

Morgenstern, machtlose Eltern werden imho kaum ne andere Chance haben als machtlose Kinder zu produzieren (weil die dann zwar Tyrannen sind, aber sowas wie Eigenmacht nie kennengelernt haben sondern bei der "Macht ÜBER" hängen geblieben sind und ewig "hungern")
Bright blessings
Anufa

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sunrise

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Schütze

6

Montag, 11. Juni 2012, 14:45

so lange Macht noch mit Ohnmacht verknüpft ist, hat man keinen Zugang zu konstruktiver Macht, bei der jemand andere führen kann, ohne darunter Unterordnung zu verstehen. Fühlt man sich ohnmächtig, führt das oft zu einem Machtmissbrauch, sei es als Täter oder als Opfer. Beide sind gierig danach mächtig zu sein, und beide sind sich nicht bewusst darüber. Wobei die Täterversion mitunter schon weiß, dass sie mächtig ist und sie entsprechend negativ zu händeln.

sunrise
"Das Glück ist nicht im ewig lachenden Himmel zu suchen, :prost:
sondern in feinen Kleinigkeiten, aus denen wir unser Leben zusammenzimmern."

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Montag, 11. Juni 2012, 19:43

Liebe Kerstin,

da hast du ja mal wieder ein interessantes Thema auf das Sofa gebracht :).

Macht ist die Kraft zum Handeln.

Kinder haben Macht.... lernen sie im Laufe ihres Lebens zu gebrauchen und einzusetzten.
Und wie oft testen sie damit unsere Grenzen aus, üben sich in "Machtspielen" .
Das dient, wie jede Art von Kräfte messen, die eigenen Grenzen zu erkennen, abzustecken und zu erweitern.
Damit lernen sie sich kennen und erkennen ihre Eigenmacht... ihre Ihnen eigene Kraft zum Handeln.
Als Erwachsene haben wir diese Macht, egal ob wir sie ausüben oder nicht.
So dürfen wir sie wegschließen und uns ohne Macht fühlen und anderen die Macht über uns zugestehen.
Das Maß und den Umfang bestimmen wir selber. (*lächel und sind dann wieder in der Eigenmacht, denn auch das gehört dazu)

Eine Gier entsteht immer da, wo ein "Loch" mit etwas gestopft werden soll, was da nicht hineingehört.
Also eine Macht-Gier kompensiert etwas... meist ein "Loch" im System des Selbstwertes.
Hier geht die Macht über die eigenen Grenzen hinaus, versucht sich Macht über andere anzueigenen, unter Umständen auch mit Gewalt.

Etwas Wichtiges, was unverzichtbar mit Macht zusammenhängt ist die Verantwortung...
die Verantwortungsübernahme für das eigene Handeln, den Einsatz der Kraft und die daraus resultierenden Konsequenzen.
Auch sie wird in den "Machtspielen" zwischen Eltern und Kindern gelernt (in dem Maße wie die Eltern die Spielregeln beherrschen).

Dies ist die wichtigste Grenze der Macht... die Verantwortlichkeit für das Handeln und den Einsatz der Kraft.
Wird diese nicht wahrgenommen... ist die Machtgier rücksichtslos und unverantwortlich, damit unbeherrscht.

Dort wo Erwachsene sich in Machtspielen verlieren, haben sie diesen Entwicklungsschritt (Hauptentwicklungszeitraum: Pupertät)
noch nicht vollzogen, manchmal gibt es dann vom Leben bittere Nachhilfestunden.

Kraftvolles, wegbereitendes Handeln kommt aus der selbstverantwortlichen Eigenmacht.



Soweit meine Gedanken dazu...

Liebe Grüße

Arthemesia
Echte Liebe kann ich nur dort erfahren, wo ich einen echten Blick in ein echtes Gesicht wage,
jenseits aller Scheinwelten und theoretischen Konzepte.

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c light

U`squar-Haar Ka-i Thaar

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8

Montag, 11. Juni 2012, 20:59

Der Begriff Macht unterteilt sich für mich entspechend der Anwendungs- und Einatzbereiche.
So ist mir vor allem die Unterscheidung

1) äußere und innere Macht wichtig, inklusive aller Variationen wie weltliche Macht und spirituelle Macht, politische Macht und geistige Macht.
Natürlich gibt es auch Überschneidungen.
Macht steht semantisch meist in Zusammenhang mit ethischen und moralischen Wertungen und Begrifflichkeiten.
Dies muss allerdings nicht sein. Jemand kann auch die Macht haben, einen
freien Tag relativ wertneutral zu verbringen. Hier ist dann auch kein
Agieren erforderlich,

insofern ist mir auch der Begriff Macht als handlungspotential-assoziierend bisher bekannt.

2) Eine weitere Unterscheidung ist individuelle und kollektive Macht.
Die Ausübung kollektiver Macht geschieht auch auf zweiten der jeweiligen Ebenen, welche ich etwa oben in 1) genannt hatte,
und kann auch entsprechend problematische Resultate bringen, je nach Einsatz.
Etwa wenn morphogenetische Felder einer vorgegebenen Religion wirken können auf Andersdenkende, kann ganz schön magic sein.
In diesem Fall entzieht sich den Betroffenen die Möglichkeit, jemanden persönlich dafür verantwortlich zu machen.

3) Eine dritte wichtige Abwägung ist immer die Angemessenheit. Liegt angemessener Einsatz von Macht vor oder nicht?
Amgemessene Macht
ist für mich ein wichtiger Aspekt auf dem geistigen Weg. Das ist auch
oft nicht viel, denn ein guter Teil ist Unterscheidungskraft und sich
von dem abzugrenzen, was ich nicht bin und nicht intendiere.
Wer
denkt, ohne jene angemessene Macht auszukommen, wird auch auf der
unsichtbaren Ebene zum Stillstand kommen = Fehlen des
Handlungspotentials.

4) Und ein weiterer Begriff, der mir hier noch fehlt ist die Eigenermächtigung oder Selbstermächtigung (self empowerment) als
Weg aus Abhängigkeiten und vorgegebenen Systemen, so diese zu Ketten und Limitierungen werden.
Kam mir auch als ergänzender Begriff zum Beitrag von Anufa.

5) The power of love. Das wäre wohl ein eigener Thread, dh. das Zusammentreffen zweier Polaritäten mithilfe beispielsweise alchemistischer Symbole
oder anderer Verständnismodalitäten (Psychologie, Kunst, Beobachtung)
zu deuten als Seelen-evolutiären Impuls so ein wirkliches Annehmen davon erfolgt, mit gleichzeitiger Zweckfreiheit
um Gegebenheiten akausal zu erfahren und einen Art Neustart der Seelenfestplatte durch Erfahrungen.

6) Back to topic. "Machtgier" und andere Phänomene enstehen immer dort, wo ethische Überschreitungen stattfinden.
Insofern ist der Umgang
mit Werten, Ethik, kulturellem Kontext und Bewusstsein
dafür, worin die Ausübung von Macht eingebettet ist,
für mich dem Machtbegriff
stets - zumindest latent - zugehörig.

Christoph
Bewusstheit schafft Heilung

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »c light« (11. Juni 2012, 21:02)


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Zwillinge

9

Montag, 11. Juni 2012, 22:38


Cassandra, ich denke nicht, dass es angeboren ist Macht ÜBER haben zu wollen - sondern einfach eigenständig das tun zu können, was mensch selber als sinnvoll erachtet


Macht ÜBER zu haben war nicht meine Aussage! Sondern das es ein natürliches Machtmotiv gibt, seine Anliegen durchzusetzen, indem man versucht andere auf seine Seite zu ziehen.

Und da stellt sich für mich die Frage, was heißt hier "einfach"?
Normal ist es so, dass wir in einem sozialen Gefüge leben, wo es eben nicht selbstverständlich ist, dass tun zu können was wir als sinnvoll erachten, gerade wenn die anderen im sozialen Gefüge es als nicht sinnvoll erachten, es sei denn, wir haben schon eine gewisse Macht inne.
:winke:
Gott ist nichts Menschliches fremd!

c light

U`squar-Haar Ka-i Thaar

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10

Montag, 11. Juni 2012, 23:08

Hmm, das kommt davon, wenn man den eigenen Beitrag nicht durch ein Zitat zersegeln will und sich dadurch Ungenauigkeit einschleicht (ich mich über mich selbst rüge)
Liebe Cassandra, genau hier würde ich lieber im Zusammenhang deines ersten Beitrags und jenes von Anufa
übergreifend lieber von Selbstermächtigung sprechen.
Denn es gibt auch den eher introvertierten Menschentypus, welcher andere Ziele verfolgt, sich eher Leute vom Leibe halten will, anstatt sie auf seine Seite zu ziehen.
Mit dem vorgeschlagenen Begriff kann ich eben auch Eure beiden Meinungen unter einen Hut bringen...
auch wenn er mir persönlich sehr viel mehr bedeutet im Sinne von Unabhängigkeit von vorgegebenen kollektiven Machtmustern wie dominante Religionen
welche keinen Freiraum mehr für Pluralität aufweisen.
Christoph
Bewusstheit schafft Heilung

                                            

Attilla

unregistriert

11

Mittwoch, 13. Juni 2012, 18:21

Macht und Gier nach mehr Macht begegnet uns in Unternehmensbilanzen auf der ganzen Welt.
Kapital wird investiert in Vermögen.
Im Unternehmen hat der Eigentümer Verfügungsgewalt über das Vermögen.
Wenn Gewinn erwirtschaftet wird, wächst das Geldvermögen, das Unternehmen und seine Macht.
Anders gesagt: Das eingesetzte Kapitall verzinst sich gut und zieht weiteres Kapital an.

Dieses Spiel funktioniert, weil im Unternehmen Produkte und Dienstleistungen hergestellt werden, die wir alle gierig konsumieren.

Also Gier produziert Gier, Macht und Ohnmächtige. Es gibt nichts neues unter der Sonne

Gibt es etwas stärkeres, Gier auflösendes? Wird gerade von Green Tara u.a. in einem thread diskutiert.

Attilla :sonne:

In dem Zusammenhang interessiert mich auch Meeses Forderung nach einer Diktatur der Kunst :idee:

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Attilla« (13. Juni 2012, 18:50)


Adlerin

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Schütze

12

Donnerstag, 14. Juni 2012, 22:13

Zu Macht haben hab ich hier schon einiges gelesen... Das ist für mich aber nur ein Aspekt von Macht. Es gibt - in meinem Verständnis- auch so etwas wie ein machtvolles Sein.
Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben kann, was ich meine... Charisma trifft es nicht. Charisma bedeutet für mich noch ein "andere in den Bann ziehen", das meine ich damit aber explizit nicht.
Hm... mir ist einmal ein alter Mann begegnet. Er lebt heute nicht mehr und er war auch nichts Besonderes, in dem Sinne, dass man viel über ihn fände, würde man seinen Namen googeln. Nicht bekannt, nicht berühmt, kein Mächtiger im gesellschaftlichen Sinne.
Ich selbst hab ihn auch erst kennen gelernt, als er über 60 war, ich weiß wenig bis nichts über seine Jugend und die jungen Jahre. (Er selbst sagte augenzwinkernd, er sei früher ein halbstarker, junger Wildling gewesen, ob das stimmt, weiß ich nicht, kann aber sein.)
Als ich ihn kennenlernte, da war er wie gesagt an der Schwelle zum Altwerden, ja.
Er sprach selten viel, aber wenn, dann "saß" es. Nicht, um zu verletzen, aber wer hinhörte, spürte, dass hier ein Beobachter sprach, der recht genau hin sah.
Dieser Mann war für mich ein macht-voller Mann. Ich kann nicht genau sagen, warum - er hat nicht Macht im klassischen Sinne ausgeübt. Aber er war einer, dem man zuhörte, ohne, dass er es verlangte, der um Rat gefragt wurde, wo es nottat, der einfach eine Ruhe hatte und eine Würde- von der ich sage, das ist Macht.
Ich krieg das nicht in Worte, da kann ich nur stümpern, wenn ich das versuche. Aber der war einfach macht-voll. Kraft-voll. Da war eine Autorität, die es gar nicht nötig hatte, autoritär zu sein.Obwohl er das konnte, wenn jemand wirklich das verletzte, was er als Grundregeln sah. (Ich hab einmal erlebt, wie er macht-voll autoritär wurde, nicht mir gegenüber, aber mir reichte schon das Mitkriegen, um zu wissen, dass ich ihn nie in der Weise provozieren wollte).
Im Gegenteil. Er war meist im Hintergrund - und Geltungssucht wär wohl das letze gewesen, was man ihm hätte vorwerfen können. Aber wenn er einen ansah oder was sagte, das wirkte.
Ich war noch ziemlich jung damals, selbst als er starb, war ich erst Mitte 20, als ich ihn kennenlernte, noch ein Kind. Aber als Jugendliche hat er mich schwer beeindruckt und war einer von ganz wenigen Erwachsenen, denen ich glaubte, was sie sagten. Ein Vorbvild, ja, irgendwo auch. Ich hab das nicht, diese Art von Autorität, ich bin das auch nicht. Da gibts viel zu oft noch Wünsche nach Anerkennung von außen, viel zu oft "Sieh mich, sieh mich!" Aber wenn mir jemand was über Macht gezeigt hat, dann er.
Heute würde ich ihm eine Million Fragen stellen, wenn er noch leben würde. Damals... ich hätt es nicht mal formulieren können.
Heute würd ich sagen, er war mir ein Lehrer über Macht, ja. Und ich bin dankbar, einen solchen Menschen gekannt und erlebt zu haben, denn viele finden sich nicht, die so sind. Ich zumindest kenne kaum wen.
Einen kenn ich, der ist jetzt so mittel alt (in seinen Vierzigern) an Jahren, der kann so ähnlich sein, vielleicht wird der auch mal so, wenn er alt wird. Aber sonst? nee...
Nachdenkliche Grüße,
Adlerin
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ate

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Steinbock

13

Donnerstag, 14. Juni 2012, 22:19

Einen kenn ich, der ist jetzt so mittel alt (in seinen Vierzigern) an Jahren, der kann so ähnlich sein, vielleicht wird der auch mal so, wenn er alt wird.

... so einen kenn ich auch! :goodpost:
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Stier

14

Mittwoch, 4. Juli 2012, 11:48

Wow. Tolles Thema gerade Kerstin :top2:

Wär schade, wenn es sich hier schon ausläuft....
Eins meiner Lebensthemen...vielleicht eins der wichtigsten...oder DAS wichtigste :denk: : Das Zurückgewinnen meiner uneingeschränkten Eigenmacht!

Ist das nur meins? Oder vielleicht letztendlich das Thema aller Seelen hier?

Eigenmacht bedeutet für mich, die volle, uneingeschränkte Macht an der Erschöpfung meines Lebens zu haben...
Die Anerkennung der Tatsache, dass es ausschließlich meine Gefühle, Gedanken, Taten sind, die die Realität im Außen hervorbringen und gestalten...
Bin ich in meiner vollen Eigenmacht, dann gibt es keine Gründe mehr ein anderes Wesen hier manipulieren zu wollen...

Dann verwirkliche ich mein Leben selbst...so wie es mir und meiner Seele am förderlichsten ist....
oder auch so, wie es mir jetzt gerade guttut....

Das Thema erlebe ich gerade besonders intensiv (oder tun wir das immer alle?)
Ich sehe es überall...
Vielleicht habe ich mich auch besonders tief auf dieses Thema eingelassen...

Und diese Eigenmacht bedeutet für mich auch: die volle Entfaltung des Kraftpotentials das mir möglich ist...

Und diese Eigenmacht ist für mich auch die Macht der Liebe...
Keine Eigenmacht ohne Selbstliebe...
Die höchste Erfüllung ist nur möglich, durch ein Dasein in höchster Liebe...
Deshalb kann Eigenmacht auch nicht Macht ÜBER jemand sein, denn dies verschließt diesen höchsten Zugang der Liebe...

Machtgier stellt für mich den Gegenpol dar...Gier zeigt mir ein Defizit...
Bin ich erfüllt, was soll ich dann mit Gier :D

Machtgierige...tja, nach meiner Beobachtung scheint sich da auch global einiges hochzuschaukeln...
Und ganz persönlich?
Ja, da bin ich gerade sehr stark konfrontiert mit einem sehr machtgierigen Menschen...
Da wurde ich "unfreiwillig" :D mit "hineingezogen"...
Nee, klar isses nie unfreiwillig...aber vielleicht nicht unmittelbar der Wille meiner "normalen" Persönlichkeitsebene ;)

Und glasklar was dabei aufgeworfen wird...
Die Entscheidung zwischen Macht und Liebe!

Eine ganz schöne Herausforderung, dabei immer wieder in eine übergeordnete Position herauszutreten, von der aus man den Gesamtüberblick erhalten kann...
Einerseits erschreckend, zu welchen Mitteln so ein Machtgieriger greift, sogar beängstigend...
Tritt man aus der Angst heraus und schaut von dort aus, wird die enorme Armseeligkeit eines solchen Menschen erkennbar...
Denn außer seiner Macht ÜBER...hat er NICHTS.
Auch ein wenig traurig noch, dass doch noch so viele glauben, gegen diese Macht ÜBER nichts tun zu können...und dort verweilen...
Erfreulich, wenn einer oder 2 oder auch....heraustreten....
Was wäre wenn Alle heraustreten würden?
Würde der Machtgierige verkümmern wie Unkraut?
Oder würde er dann erkenntnisfähig?
Ein Machtgieriger "ernährt" sich letztendlich durch die Angst derer die UNTER seiner Macht stehen...
Was wenn deren Selbstliebe beginnt größer zu werden als die Angst?
Kann man Menschen dorthin führen?
Was wenn einer es vormacht?
Werden andere folgen?

Echt spannendes Thema Kerstin :top2:
Danke :knuddeln:

:beach:
Shalea
Der Weg ist das Ziel! :heilig:

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Schütze

15

Mittwoch, 4. Juli 2012, 23:04

Die Entscheidung zwischen Macht und Liebe? Ist denn das immer ein Gegensatz? Gibt es nicht auch liebevolle, liebende Macht und machtvolle, mächtige Liebe?
Sterben ist menschlich- lebendiges Leben auch




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Stier

16

Donnerstag, 5. Juli 2012, 01:12

Oh ja...da hast Du recht...
Da seh ich wieder, wie weit "Macht" von mir doch immer noch automatisch in Richtung "gierige Macht" einsortiert wird :D

Ohne ein "Eigen-" davor landet es noch immer im Kasten für Macht-mißbrauch, Macht-über... :denk:

Ja die Macht der Liebe...gegen...die Macht der Angst...
wäre wohl besser ausgedrückt.... :D

:peinlich: sorry, hab zur Zeit nicht ganz so meine "Klar-Ausdruck-Phase" :brueller:
Liebe Adlerin...ich glaub diese Phasen kennst Du auch schon von mir... ;)

Bin mal wieder voll im Tohuwabohu :brueller:

aber :pst: steht grad 2:1 für die Macht der Liebe...

:D
lieben Nashorngruß
Shalea
Der Weg ist das Ziel! :heilig:

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