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Ereschkigal

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Widder

21

Montag, 30. Juli 2012, 12:44

Hallo sunrise, hallo an alle anderen,

ist es möglich ein energetisches Muster komplett zu verändern und nicht nur in andere Bereiche zu verschieben?

Es ist natürlich nett, wenn ich ein Muster in einem Bereich aufgelöst ist, und ich dort zufriedener und glücklicher bin, mich selbst nicht mehr sabotiere etc.

Sind energetische Muster auf vielen Ebenen aktiv oder verlagern diese sich, wenn ich glaube das ganze hinter mir gelassen zu haben?

Fragende Grüße
Ereschkigal

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SAMUZ

22

Montag, 30. Juli 2012, 16:43

Hallo Ereschkigal, hallo zusammen,

ich wollte mir ja schon längst zu Deinen interessanten Fragen Gedanken gemacht haben und jetzt komme ich endlich ein bisschen dazu. Nicht dass ich da die ultimativen Antworten hätte, aber zumindest habe ich mir schon die gleichen Fragen mehrfach gestellt und kann vielleicht ein bisschen was beisteuern.

Ich stütze mich da auch ein bisschen auf Prof. Spitzer und denke die Disposition zur Depression ist letztlich ein komplexes Zusammenspiel aus genetischen und entwicklungsphysiologischen Faktoren. Es gibt genetische Dispositionen, die eine Depression begünstigen und es gibt auch äußere Einflüsse, die das tun. Je nachdem wie, wann und unter welchen Umständen diese dann wiederrum zusammentreffen, kommt es zu einem Ausgleich oder zu einer Verstärkung einer bestimmten Konstitution.

Das steht und fällt in meinen Augen auch mit der sog. Hirnplastizität und spart meiner Ansicht nach auch den chemischen Hirnstoffwechsel und die nachgeschaltete Hormonkaskade nicht aus.

Wenn ich bestimmte Nerven ständig reize, dann kommt es zu einer sog. Langzeitpotenzierung (LTP) im Zuge derer es zu einer Verstärkung der synaptischen Übertragung kommt. Wenn ich also bestimme Bewegungs-, Verhaltens oder Emotionsmuster intensive "einübe", dann bin ich darin entsprechend schneller triggerbar (spielt u.a. in der Schmerztherapie eine Rolle), was wiederrum einen verstärkenden Rückkopplungseffekt auf die LTP hat. Der Spitzer erklärt das mit dem "Spuren-im-Schnee-Modell". Wenn ich morgens auf eine noch unberührte Schneedecke gucke und dann wiederrum nachmittags, wenn schon mehrere Leute drüber gelatscht sind, dann sehe ich ziemlich genau, wo sich die bevorzugten Trampelpfade herausgebildet haben, die dann im Folgenden auch vorzugsweise von den späteren Spaziergängern benutzt werden, weil sie leichter begehbar sind.

Gerade die kognitive Verhaltenstherapie, aber auch die Schematherapie zielt ja auf ein Einüben neuer Verhaltensmuster ab, was durchaus nicht immer nur symptomatisches Rumkurieren à la "Weg isses nich, aber ich kann jetzt damit umgehen." ist sondern tatsächliches Training von neuen hirnphysiologischen Mustern. Das lässt sich ja sogar im MRT sichtbar machen.

Eine Sache wollte ich noch berichten, weil ich sie hochinteressant finde: Ich hoffe ich krieg's noch zusammen… Es gibt eine hochinteressante Arbeit einer amerikanischen Neurologin (Helen S. Mayberg, M.D.), die ein interessantes Verfahren der Elektrostimulation des Brodman Areals 25 (BA25) im Gehirn entwickelt hat. Dieses Areal ist maßgeblich am Serotoninstoffwechsel beteiligt und mitunter dafür verantwortlich, die emotionale Information zwischen limbischem System und frontaler Cortex zu kanalisieren und zu filtern. Das bedeutet, nicht alles was Du fühlst gelangt auch in Dein Bewusstsein, weil das BA25 für eine entsprechende Regulation sorgt. Bei einigen Depressiven, ist lt. der Forscherin diese "Pforte" sperrangelweit offen, das bedeutet das limbischen System ballert die frontale Cortex mit Emotionen wie Angst, Panik, Niedergeschlagenheit regelrecht zu. Durch Elektrostimulation in eben diesem Areal konnten einige (leider nicht alle) schwere Fälle Depression erfolgreich geheilt werden. Sie konnten geradezu "abgeschaltet" werden und das absolut nebenwirkungsfrei. Der Unterschied zur kognitiven Verhaltenstherapie war, dass die Aktivität bei einer depressiven Episode bei der VT in der frontalen Cortex, also folglich im Bewusstsein stattfand und bei der Elektrotherapiemethode im Brodman Areal, also gewissermaßen VORbewusst. Mich beschäftigt seitdem die frage, ob man auf das BA25 auch selbstständig mental Zugriff hat... :denk:

Liebe Grüße,
Sati

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Ereschkigal

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Widder

23

Montag, 30. Juli 2012, 17:33

Hallo Sati, hallo zusammen,

Verhaltensmuster sehe ich oberflächlicher als energetische Muster. Ich weiß nicht, ob diese Begriffe irgendwo geprägt werden. Die Ebene der Verhaltensmuster sehe ich auf der Ebene der Nervenpfade und das man hier eben durch anderes Verhalten in diesem Bereich etwas verändern kann. Wenn sich dann aber durch bewussteres Verhalten in dem einen Bereich ein energetisches Muster in einem anderen Lebensbereich zeigt, heißt das für mich, dass sozusagen nur "äußerlich" gearbeitet wurde und nicht das eigentliche energetische mit etwas umgehen verändert wurde.

Vielleicht lässt sich das Ganze am besten durch ein persönliches Beispiel erläutern. Meine Eltern hatte eine Machtbeziehung, unterschiedliche Gewalt war Normalität. Aus dieser kindlichen Prägung heraus, war ich als Jugendliche und junge Erwachsene nicht fähig zu einer tiefen Bindung. Durch Aufarbeiten des Ganzen und dem Eintrainieren von anderen Verhalten habe ich das nach und nach geändert. Heute ist eine partnerschaftliche Beziehung, wo jeder, wie er ist, geachtet wird, eine Quelle für Zufriedenheit und Glück.

Vor ungefähr 10 Jahren zog ich in eine Wohnung (mit dem Partner mit dem ich heute glücklich bin) die von Anfang an Schimmel belastet war. Diese Belastung steigerte sich mit der Zeit. Gleichzeitig war die Belastung nicht sichtbar, da der meiste Schimmel im Esstrich etc. war.

Für mich gehören diese beiden von außen nicht erkennbaren Zustände zusammen. Ein Elternhaus, wo Gewalt normal ist, hat eine bestimmte energetische Qualität. Ich nenne es jetzt einmal schwarze Pampe, wie sich diese Energie für mich anfühlt. Dies wollte ich vermeiden, also war ich erst nicht beziehungsfähig und später habe ich mir Partner ausgesucht, wo etwas von dieser Qualität, vorhanden war. Ein Partner hatte eine schwere Depression, in einer anderen Partnerschaft lebte ich in einem extremen Machtkampf. Die Schimmelbalstung in der damaligen Wohnung hatte eine ähnliche Qualität, schwarze zähe Pampe. Auch die Beziehungen zu den Nachbarn waren auf einem Niveau, wo es mich heute schüttelt. Es waren alle nett und freundlich, aber ...

Als energetisches Muster würde ich das ganze so formulieren: Ich suche mir Energien aus, die mich belasten und die nicht gut für mich sind. Ich verharre zu lange in solchen belastenden Situationen. Selbst wenn mir die Qualität bewusst wird, verändere ich nicht die Situation. Im Moment frage ich mich, ob ich nicht arbeitsmäßig in so einer "Beziehung" gelandet bin.

Ich hoffe ich konnte darstellen, was ich mit energetischen Muster meine. Meiner Meinung geht dies eben weit über ein reines Verhaltensmuster, was sich im Gehirn einschleifen kann, hinaus.

Ob es immer zu den gleichen Folgen führt, wenn ich eine bestimmte Energie in einem neuen Bereich erlebe, ob dies davor in diesem Bereich nicht auch schon vorhanden war und mir nur nicht bewusst war, weiß ich nicht.

Gleichzeitig habe ich eben das Gefühl, dass ich ein und das gleiche Verhaltensmuster jetzt schon mein ganzes Leben trotz intensiver innerer Arbeit und Heilung auf bestimmten Bereichen weiter durch mein Leben zieht.

Deswegen frage ich mich eben, ist es wirklich möglich eine Prägung wirklich komplett hinter sich zu lassen oder manovrieren wir uns bei Veränderungen nicht einfach um die unangenehmsten Auswirkungen herum?

Fragende Grüße
Ereschkigal

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Nayeli

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Wassermann

24

Montag, 30. Juli 2012, 17:57

Hallo Ereschkigal

Ich getraue mich kaum auf dein letztes Posting zu antworten ;)
Weil ich nämlich mich immer gerne *klein* mache.
So wie es bei dir sich durch dein Leben zieht, zieht sich genau *das* eben durch mein Leben *grins*
Wenn ich das Gefühl habe, derjenige hat Geistig was auf dem Kasten, getraue ich mir kaum,...ihm Tips zu geben....weil das hat er mit Sicherheit schon ausprobiert ;) Und ich kann ja ,...usw *gg
Und dies ist auch eine Prägung meinerseits,...ich kann machen was ich will, *kannste ganz locker vergessen* bisher???? bisher habschs nit uf de Reih bekommen,...es irgendwie abzulegen.
Aber ich habe was anderes gefunden,...was mir hilft.
Es "anzuspreche"n sobald es wieder vorkommt. Und so kann ich darüber schmunzeln über meine eigene Verhaltensweise.
Glaub mir,ich habe geheult darüber, nen Wutanfall hatte ich auch schon über das Thema,....und nun ist das Lachen dran *darüber* *hihi*

Ich wollte dir dazu eine Frage stellen, ...hast du es jemals *geliebt* dein Prägungsthema? Einfach nur angenommen?

Aber eine wirkliche Antwort habe ich auf deine Fragen auch nicht. Das würde mich auch sehr interessieren wie das von statten geht.
Denn genauso wie du,...habe ich alles ,mögliche getan. Ich bekomms einfach nit raus.
Ich weiß nicht, ob ich einfach sagen soll,...das bin eben ich?! Weil im Endeffekt wenn mans *bearbeiten* will,...will man ja damit bezwecken das es weggeht....
also ist es ungeliebt....oder?
gg
denk schon^^

Liebste Grüße
Nayeli
Ich wünsche dir dies,
was du wählst zu Sein!
:sonne:

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Ereschkigal

25

Montag, 30. Juli 2012, 18:38

Ich hoffe ich konnte darstellen, was ich mit energetischen Muster meine. Meiner Meinung geht dies eben weit über ein reines Verhaltensmuster, was sich im Gehirn einschleifen kann, hinaus.


Hallo nochmal,

hm, ja, wenn man "Verhaltensmuster" in ihrem Wirkungsspektrum und ihrer Ursächlichkeit rein auf die physisch/psychische Ebene beschränkt sieht, kann ich nachvollziehen, was Du meinst. Ich vermute wir haben da vielleicht unterschiedlich nuancierte Begrifflichkeiten, wobei ich gestehen muss, dass ich wahrscheinlich keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Beziehung der Eltern und einer schimmligen Wohnung sehen würde, aber ich will Dir das in keiner Weise absprechen. Ich gehe wohl einfach anders damit um.

LG,
Sati

                                            

Ereschkigal

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Widder

26

Montag, 30. Juli 2012, 18:44

Hallo Sati, hallo an alle anderen,

bei mir hat das wohl damit zu tun, dass ich die Verbindung sehe, weil ich Energien farblich und qualitätiv wahrnehme. Und eben diese Energie aus der Kindheit und die Schimmel-Energie aus der Wohnung sind sich sehr ähnlich und fühlen sich ähnlich an. Das Anfühlen könnte natürlich mit meiner Prägung zusammehängen. Vielleicht nehme ich unterschiedliches auf eine gleiche Weise wahr.

Nachdenkliche Grüße
Ereschkigal

sunrise

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Schütze

27

Montag, 30. Juli 2012, 19:03

Hallo Ereschkigal,

Prägungen lassen eine bestimmte Art von Energie fließen, und dabei werden die immer gleichen Gehirnareale gereizt. Daraus entsteht dann ein Verhalten, das wir zwar bewusst uns anschauen können, aber wie du schon schreibst, nicht verändern können. Weil wir bzw. die Energie dann im limbischen System festhängt. Wir können dann nur noch reagieren, wie das entsprechende Gefühl es vorgibt, wobei es eigentlich "nur" um die Angst geht.

Sicher wird es sinnvoll sein bestimmte Gehirnareale so zu stimulieren, dass sie ausfallen. Nur frage ich mich dann: Wo fehlt mir dieser Bereich dann noch? Ist dann alles weg, alle Trauer? Jegliche Angst vor Verlust? (jemanden zu verlieren?)

Ich bin überzeugt davon, wenn das Trauma wieder vollständig erinnert werden konnte und evtl. neu "geschrieben" wurde, dass wir dann geheilt sind, komplett, rundumerneuert, und nicht irgendwo anders hin verschoben. Und zwar deshalb, weil die Energie dann wieder frei fließen kann, ohne Angst, ohne Stress zu erzeugen, weil das Trauma dann gelöscht (bzw. integriert und neu bewertet) sind. Ich bin auch überzeugt, dass wir mehrere Traumata mit uns herumtragen.

Und wo sich die Auswirkungen davon überall zeigen, das kann man sich gar nicht ausdenken, wie verschieden das vom Ursprungsereignis ist.

viele Grüße sunrise
"Das Glück ist nicht im ewig lachenden Himmel zu suchen, :prost:
sondern in feinen Kleinigkeiten, aus denen wir unser Leben zusammenzimmern."

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Simurgh

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Schütze

28

Montag, 30. Juli 2012, 19:49

Hallo Erschkigal
ist es möglich ein energetisches Muster komplett zu verändern und nicht nur in andere Bereiche zu verschieben?

Kurz und bündig: Ich glaube nicht. C.G. Jung hat mal was geschrieben, was ich mit deiner Frage verbinde. In etwa: die großen Lebensprobleme sind NIE auf immer gelöst. Der Sinn und Zweck scheint nicht in ihrer Lösung zu liegen, sondern darin, dass wir unablässig an ihnen arbeiten.
Nach meinen eigenen bisherigen Erfahrungen (mit dem was du energetische Muster nennst) ist an diesen Worten viel dran. Ich hatte schon öfter das Gefühl, dass sich ein gelöst geglaubtes Problem beim Hintertürchen wieder einschleicht. Es ist etwas anders, meist weniger intensiv, aber von der Hauptthematik dennoch wieder GLEICH. Ich empfinde es so, als müsste ich lernen dieses "Muster" immer und immer wieder zu durchbrechen. Aber vielleicht ist es auch so, weil ich es nicht immer von haus aus schaffe.

Viele Grüße
Simurgh
"Willst du den Körper heilen, musst du zuerst die Seele heilen".
Platon

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Widder

29

Montag, 30. Juli 2012, 20:11

Hallo sunrise, hallo an alle anderen,

also mit den nötigen Hilfsmitteln sind Erinnerungen nicht unbedingt die Schwierigkeit bei Traumata. In jeder Körperzelle und vor allen in verspannten Muskelzellen sind Erinnerungen gespeichert. Über Berührung ( Zum Beispiel die Rosen Methode ) und sich auf das was da drin steckt konzentriere, bin ich gut an die Erinnerungen gekommen. Auf jeden Fall kommt man so an das körperliche Gefühl zu dem bestimmten Zeitpunkt. Nur weil ich mich an etwas erinnere, ist deshalb mein Muster im jetzigen Leben nicht weg. Denn meist besteht ja zwischen der Erinnerung und dem Zeitpunkt des Erinnerns ein größerer Abstand und damit die Möglichkeit dass ein Muster eingeschliffen wird.

Gleichzeitig finde ich es wichtig, dass es mir möglich ist im Hier und Jetzt zu leben. Wenn ich ständig in der Erinnerung rumkrame und mich im Zweifelfall darüber definiere, werden meine Probleme nicht unbedingt kleiner. Denn es gibt ja einen Menschen jenseits seines Traumatas. Eigentlich geht es doch darum, dass dieser zum Zuge kommt.

Irgendwie ist ein Gleichgewicht nötig, zwischen Aufarbeitung, über Muster nachdenken und sie durchbrechen und normalen Leben. Gleichzeitig gibt es Muster auch wirklich körperlich und irgendwie jenseits des psychischen oder emotonialen Handelns.

@ Nayeli, also angenommen, dass alles so war, wie es war, das habe ich schon. Aber ob man alles lieben kann, das bezweifle ich stark.

@ Simurgh, also im direkten Umgang mit einem Problem, wenn man ein neues Verhalten einstudiert, kann ich dem nur zustimmen.Es geht darum , das neue Verhalten zu "etablieren" also immer wieder und wieder den alten gewohnten Weg nicht zu gehen.

Wenn es um größere Zeitabstände geht, wenn man in einem Bereich sein Verhalten verändert hat, und man "energetisch" was ähnliches erlebt, hängt das eventuell dann nur mit der eigenen Einschätzung des Problems zusammen? Also sozusagen, dass ich immer das gleiche Problem oder das gleiche Muster sehe, obwohl es auch noch ganz anders betrachtet werden könnte.

Viele Grüße
Ereschkigal

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Schütze

30

Dienstag, 31. Juli 2012, 10:16

Hallo Ereschkigal,
Nur weil ich mich an etwas erinnere, ist deshalb mein Muster im jetzigen Leben nicht weg.

Das ist richtig, denn wenn es nur daran läge, wären viel weniger Menschen krank.

Ich erkläre mal ein bisschen anders, was ich meinte:
Nehmen wir mal an, unser Leben gleicht einem Puzzlebild, mit zig Einzelteilen. Bei einem traumatischen Stresserleben geht davon mindestens ein Puzzleteil verloren, wenn nicht gar mehrere. Gleichte unser Leben diesem Puzzlebild, dann wäre die Lücke offensichtlich. Nur setzt unser Geist dieses Puzzle nach dem Verlust der Erinnerung (ich will es mal so nennen, ich könnte auch Seelenanteil schreiben) das Bild neu zusammen, wie bei einem Film, der zur Aufbereitung neu zusammengeschnitten wird. Trotzdem fehlen die Puzzleteile unserem Leben und wir "stolpern" danach immer wieder über irgendetwas in unserem Leben, ohne eine Ahnung davon zu haben, weshalb und wieso.

Ob man je das Bild in unserem Leben wieder vervollständigen kann, das weiß ich nicht. Vor allem weiß ich auch nicht, wie das Originalbild von mir ausgesehen hätte. Also muss ich dann lernen mit dem, was ist, zurechtzukommen.

viele Grüße sunrise
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Widder

31

Donnerstag, 2. August 2012, 12:29

Hallo zusammen,

nachdem es hier jetzt eine Weile um Muster ging, die man auflösen möchte, wollte ich wieder zum Tryptophan zurückkommen. Die körperlichen Vorgänge rund um eine Depression sind sehr interessant.

Gestern habe ich nämlich gelesen, dass eine Fructose-Unverträglichkeit auch zu einem Tryptophanmangel führt. Fructose die nicht in den richtigen Darmabschnitten verdaut wird, verbindet sich irgendwie mit den den Transport-Molekülen fürs Tryptophan. Also kann "nur" aus einer Fructose-Unverträglichkeit auch etwas Depression ähnliches entstehen.

Ein weiterer Faktor ist auch wieder im Darm, eine Gluten-Unverträglichkeit. Es gibt eine Reihe von Menschen, die keinerlei Bauchbeschwerden haben, aber eben eine Glutenunverträglichkeit die neurologische Beschwerden auslöst. Gluten kann wenn es nicht richtig verdaut oder verstoffwechselt wird ein Morphin bilden. Gerade bei Autisten sind erhöhte Werte von Kasain und Gluten Morphinen im Urin häufig.

Bei einem Leaky-Gut-Syndrom sogenannte "Löcher" im Darm durch die vermehrt Fremdstoffe ins Blut gelangen, die wieder von der Leber ausgefiltert werden müssen, erhöht sich der Cortisol-Spiegel. Cortisol ist ein Stresshormon und eine Depression geht mit erhöhten Cortisol einher. Angst und Panikattacken haben eher zu wenig Cortisol. Da Menschen häufig sowohl Panik-Attacken haben als auch eine Depression, gehe ich davon aus, dass der Cortisolspiegel dann grundsätzlich gestört ist. Cortisol hat normalerweise je nach Tageszeit sehr unterschiedliche Werte. Im allgemeinen ist der Cortisolspiegel morgens am höchsten.

Die Zusammenhänge sind wie immer sehr komplex, gleichzeitig bieten sie eventuell einem Möglichkeiten körperlich bei sich etwas zu verändern.

Nachdenkliche Grüße
Ereschkigal

32

Donnerstag, 2. August 2012, 15:00

Hallo Ereschkigal,

danke für Deine wie immer interessante und informative Recherche. Kennst mich ja, wenns um physiologisches geht bin ich immer gern dabei… :D

Ich wollte noch was zum Cortisol-Haushalt sagen. Auf chronischen Stress folgt sehr häufig eine regelrechte Erschöpfung der Nebennieren. Dieser Zustand fällt als sog. "andrenal fatigue" meist kaum auf, besser bekannt ist die klassische Nebenniereninsuffizienz oder auch Morbus Addison. Bei dieser Autoimmunerkrankung, werden die Cortisol-produzierenden Zellen vom Körper angegriffen, Cortisol muss also ähnlich wie das Insulin beim Diabetes Typ 1 zugeführt werden.

Bei der Nebennierenschwäche jedoch ist das Beschwerdebild weitaus unauffälliger und diffuser, so dass kaum jemand drauf kommt, dass die Ursache tatsächlich in den Nebennieren liegt. Gerade auch beim Burn out sollte unbedingt an die Nebennieren gedacht werden.

Hier ist eine recht informative Seite über dieses Syndrom.
Adrenal Fatigue

Neben dem Cortisol spielt dann natürlich auch Adrenalin und in der Folge Noradrenalin und Dopamin eine Rolle. Auch Dopaminmangel kann eine Depression verursachen. Der bekannteste Dopaminmangel ist der Morbus Parkinson zu dessen Symptomatik auch die Depression gehört. Der Hormon-Haushalt ist ja ein hochkomplexer Apparat mit zahlreichen Rückkopplungen, so dass man kein Hormon isoliert betrachten kann. Jede "eingleisige" Therapie führt dann langfristig zu einer neuen Schieflage im Hormonsystem.

Beim Adrenal fatigue kann mitunter dann sogar eine Tyrosin-Therapie angezeigt sein. Tyrosin konkurriert mit Tryptophan, so dass eine Langzeiteinnahme vom Tryptophan häufig in Phasen mit Tyrosin erfolgen muss. Grade beim Burn Out mit Depression ohne Schlafstörungen habe ich schon gute Erfolge mit einer Phasen-Therapie Tyrosin/Tryptophan gehabt. Bei reinen Schlafstörungen mit Depression neige ich eher zu reinem Tryptophan und bei einer Schilddrüsen bedingten Depression (Hypothyreose) könnte man's glatt mit Tyrosin versuchen, da die Schildrüse draus Thyroxin baut.

LG,
Sati

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Widder

33

Donnerstag, 2. August 2012, 21:15

Hallo Sati,

die Zusammenhänge von Cortisol Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin habe ich noch nicht so ganz in Bezug zur Depression verstanden. Kennst du da gute Artikel im Netz?

Ist es möglich bei einer Unterfunktion der Schilddrüse und deshalb ausgelöster Depression Tyrosin statt Thyroxin zu nehmen?

Fragende Grüße
Ereschkigal

34

Freitag, 3. August 2012, 10:39

Hi Ereschkigal,

mal schnell ausm Ärmel geschüttelt, diese Seite hier ist recht informativ und gut verstehbar (leider nur auf Engslisch)

Adrenal functions in health conditions

Auch auf der Homepage die ich weiter oben verlinkt habe findest Du einen Artikel über "Neurostress" , da ist das gut beschrieben.

EIne Dissertation über Psychosozialen Stress und dessen enokrine Auswirkungen.

Ob man Thyrosin statt Thyroxin nehmen kann hängt natürlich sehr von der Ursache der Hypothyreose ab, die ja sehr vielfältig sind. Das sollte aber auf jeden Fall ein Arzt entscheiden.

LG,
Sati

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Widder

35

Samstag, 4. August 2012, 11:58

Hallo Sati, hallo an alle anderen,

danke für die Links, ich habe schon viel gelesen. Hat einer von euch Erfahrungen mit Phosphatidylserin gemacht? Mir wurde dies empfohlen, weil es sich positiv auf Stresshormone und vor allen Cortisol auswirken soll. Konkretes habe ich dazu leider nicht gefunden, außer dass es hilfreich bei Depression sein kann.

Fragende Grüße
Ereschkigal

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