Spechtwerk ...
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Spechtwerk ... |
Angel unregistriert
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Fondl konnte es noch immer nicht glauben. „Du bist Gott?“ fragte er wohl zum zehnten Mal. „Ja,“ sprach Gott. Er fühlte sich nicht sehr wohl in seiner Haut.
„Und was denkst Du Dir eigentlich dabei, so zu handeln?“ fragte Fondl energisch, als er sich endlich damit abgefunden hatte, dass er tot war und dass Gott sich jetzt persönlich um ihn kümmerte. „Ich kümmere mich persönlich um Dich, weil ich an allen Stellen gleichzeitig bin,“ erklärte er Fondls eigene Gedanken.
„Und Du liest meine Gedanken.“ sagte Fondl in spöttischem Ton.
„Ja,“ sagte Gott nur. Ihm schien mulmig zu werden, als Fondl seinen nächsten Ge- danken entwickelte. Dennoch ließ er ihn aussprechen: „Kannst Du mir mal erklären, warum ich nicht wie meine geliebte Frau Angela beim Unfall sterben konnte?“
Warum mußte ich noch vier Jahre im Rollstuhl herumkurven, leiden, weil ich meine Frau verloren hatte und weil ich nichts mehr zu tun hatte? Und warum fiel ausge- rechnet eine Eiche auf mich herunter?“
Gott blickte auf seine Füße, als ob sie äußerst interessant wären. Nun – sie waren natürlich die Füße Gottes, aber er hatte andererseits schon unendlich viel Zeit ge- habt, sie sich zu betrachten! Fondl verstand ihn nicht ...
„Nun .. Die Bäume ..“ begann er.
„Ja?“ fragte Fondl.
„Sie haben darauf bestanden.“ Jetzt ist es heraus. Gott blickte an ihm vorbei. Er schaffte es irgendwie nicht, in seine Augen zu blicken.
„Ähm .. Das soll die Erklärung sein?“ fragte Fondl.
„Ja,“ sagte Gott. „Die Bäume haben darauf bestanden, dass Du noch vier Jahre leiden solltest und dass es einer Eiche zustünde, bei ihrem Fall auf Dich zu treffen. Es ist ihre Art von Humor.“ Gott zuckte seine Schultern.
Fondl war sprachlos. Für einen Moment. Dann sagte er: „Nun, ich möchte natürlich nicht der Bäume Recht auf ihren eigenen Humor anzweifeln – ich meine, Du bist ja Gott und das alles, und Du hast sie geschaffen, wie uns auch, aber ...“
Gott unterbrach ihn. „Nein, das stimmt nicht. Die Bäume waren schon vor mir da. Die waren noch Jahwes Werk. Ich habe diesen Job erst übernommen, als die Welt schon stand. Nach dem Sündenfall der Menschen gefiel Jahwe nicht mehr so sehr, was er sah. Zu mir sagte er: „Gott blickte auf die Bredouille und sah, dass die Erde ein schrecklicher Haufen Müll werden würde.“ So hinterließ er mir die Erde, weil ich sowieso nichts Besseres zu tun hatte. Die Bäume haben damals rebelliert. Sie fühlten sich sowieso ein wenig verarscht wegen der Jahreszeiten. Sie drohten damit, in spätestens zwei Millionen Jahren an den Äquator zu ziehen, außer ...“
„Ausser was?“ fragte Fondl ungeduldig.
„Ausser wenn sie die Entscheidungskraft darüber besäßen, wie die Menschen sterben. Als ich die Kontrolle über Dich für einen Moment verlor, fuhrst Du Deinen Wagen in eine Eiche. Das war wirklich unglaublich dämlich von Dir, Fondl.“ Gott schwieg. Er hatte seine Fassung langsam wiedergefunden. Fondl blickte betreten zu Boden. Er wusste ja, dass der Unfall das Blödeste war, das er je verbrochen hatte.
„Hmm. Werde ich wiedergeboren?“ fragte Fondl.
Gott hob eine Augenbraue. „Glaubst Du an die Wiedergeburt?“
Fondl blickte irritiert in Gottes irritierten Augen. „Ja klar!“ bekräftigte er. Gott kratzte sich am Hinterkopf. Hmm, ist eigentlich nicht üblich. Aber ich denke, dass wir angesichts dessen, was geschehen ist, eine Ausnahme machen könnten.“
Fondl seufzte erleichtert. „Gut. Dann schick mich zurück, bitte!“
Gott hob eine Hand. „Eines noch, Fondl. Du wirst Dich natürlich in Deinem nächsten Leben nicht an das vorherige erinnern können. Ich werde aber nicht ver- hindern können, dass Du eine gewisse Abneigung gegenüber Bäumen verspüren wirst. Ich möchte Dich aber trotzdem bitten, Dich ein wenig zurückhaltend zu zeigen.“
Fondl nickte. „Schon in Ordnung!“
Gott schickte Fondl zur Erde zurück.
Als Fondl aus seinem Ei schlüpfte, wusste er gar nichts. Er öffnete seinen Schnabel, weil er Hunger hatte. Es war ein starker Schnabel, wenn auch noch ein wenig klein geraten. Seine Mutter kam, um ihm Futter zu bringen. Vater war damit beschäftigt, in ungeheurem Tempo auf den Stamm eines großen Baumes einzuschlagen.
SPECHTWERK eben ...
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15.11.2007 22:01 |
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Die Geschichte gefällt mir
LG
Shelmjanah
__________________ ...Erinnerungen, die unser Herz berühren,
gehen niemals verloren, sie sind wie kleine
**Sterne** die tröstend im Dunkel leuchten...
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16.11.2007 07:26 |
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Anja unregistriert
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gott soll so reagiert haben?
ok - spechtwerk eben
anja
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16.11.2007 10:41 |
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Portos unregistriert
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Interessant, was man unserem Chefchen so alles in den Mund legt.
Was wohl die Bäume dazu sagen?
In "Herr der Ringe" wurde nach dem unten stehenden Ereignis etliche Szenen gedreht,
wobei da die Bäume auf "unserer" Seite waren...
Cad Goddeu - Die Schlacht der Bäume
(eine Übersetzung aus dem Englischen von AMP)
Seht, die Wipfel der Buche
haben gerade Knospen geschlagen
wirken verändert, so jung...
frei von ihrem welken Sein
Seht weiter, die Buche lebt wohl,
Trotz aller Flüche und Litanei
und die Eichen verbinden einander
es ist wieder Hoffnung für Bäume
Ich erkundete den alten Farn
um Wissen zu ergründen
doch der Alte Math ap Mathonwy
war noch viel weiser als ich...
Doch mit neun guten Gaben
hat das Göttliche mich gesegnet
Als die Frucht unter den Früchten
geboren von neun Bäumen
Pflaume, Quitte, Heidelbeere, Maulbeere,
Himbeere und Birne
Schwarze und weiße Kirsche
und die Elsbeere (oder Eberesche) sind ein Teil meiner Selbst
Von meiner Feste in Fefynedd,
der so stark bewehrten Stadt,
sah ich die Bäume und Sträucher
hinfort eilen irgendwohin
Bescheiden vor dem Glück
wurden sie von Gott gegeben
in die Form der Buchstaben
unseres Alphabets...
Wanderer staunten nicht schlecht,
Krieger wurden aufgeschreckt
über die Rückkkehr des Krieges
von Gwydion wohl geplant
Unter der Zungenwurzel tobt
ein höchst schrecklicher Kampf
und ein anderer gibt nimmer Ruh.
hoch droben im hinteren Kopf
Doch die Erlen waren in der ersten Reihe,
beginnen mit dem Gemetzel
Weide und Eberesche
treten verspätet in die Schlachtreihe.
Die Steineiche, so dunkelgrün,
Hält entschlossen stand,
ist doch bewaffnet mit vielen Speerspitzen
die verwunden die törichte Hand
Unter den stampfenden Füßen der raschen Eiche
dröhnen nun Himmel, Hölle und Erde
Mannhafter Hüter der Pforte,
so heißt ihr Name in allen Sprachen
Groß ist der Stechginster in der Schlacht
und der Efeu streut giftige Blüte,
der Haselstrach ist der Richter
in einer verzauberten Zeit.
Ungestüm und so wild bleibt die Tanne,
Grausam gar der Eschenstamm,
weicht doch keinen Fuß beiseite
und zielt direkt auf das Herz.
Die Birke, zwar sehr edel,
wappnet sich dennoch erst spät:
Dies ist zwar keinerlei Feigheit
sondern zeigt hohen Stand...
Das Heidekraut spendet doch Trost
dem erschöpften Volke im Kampf
und die nimmermüden Pappeln
brechen oft in der endlosen Schlacht.
Etliche werden so verworfen
auf dem Felde der Ehre
auch wegen der Breschen, die ihnen
des Feindes große Macht schlägt
Und so zürt allen der Weinstock,
dessen Knappen die Ulmen sind.
Ich Unwürdiger preise sie vor allen
den Herrschern der Reiche.
Starke Häuptlinge sind der Schwarzdorn
dessen üble Frucht tötet
und der unbeliebte (Bruder) Weißdorn
in seiner ähnlichen Brünne....
Das rasche Feinde verfolgende Schilf
und der Besenginster mit seiner Brut
samt dem Stechginster benehmen sich wüst,
biss sie gezähmt waren
Gaben verschenkt die edle Eibe
und steht finster am Rande der Schlacht
und der Holunder brennt nur langsam
in sengenden Feuern des Feindes zur Nacht
Voller Segen bleibt immer der wilde Apfel
lachend vor Stärke und Stolz
geboren aus dem Gorchan des Maeldrew
neben der felsigen Wand.
Und im Verborgenen blühen
Liguster und Geißblatt,
noch Laien in der Schlacht
bewacht von der ritterlichen Kiefer....
Aber ich, wenngleich von allen verachtet,
weil ich nimmer groß war
ich kämpfe ihr Bäume, in Euren Reihen
auf dem Feld von Goddeu Brig.
© by André M. Pfromm
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16.11.2007 11:20 |
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